Genossenschaftsidee

Sonderveröffentlichung Genossenschaftsidee (PDF)

 

Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft e.V.

Pressemitteilung vom 9.10.2013

Anerkennung der „Genossenschaftsidee“ als Immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO

Die Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft e.V. und die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft e.V. wollen länderübergreifend einen Antrag auf Anerkennung der „Genossenschaftsidee“ als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO stellen.

Die Aufnahme der „Genossenschaftsidee“ als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO wäre eine großartige Fortsetzung der Würdigung der Genossenschaften durch die internationale Gemeinschaft, nachdem bereits die UNO das Jahr 2012 zum „Jahr der Genossenschaften“ ausgerufen hatte. Die Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft und die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft haben es sich zum Auftrag gemacht, Erbe und Auftrag der großen Genossenschaftsgründer zu erhalten, weiter zu entwickeln und weiter zu geben.

Mitte des 19. Jahrhunderts haben Dr. Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883) und Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) unabhängig voneinander den Grundstein für eine heute weltumspannende Idee – die der Genossenschaften – gelegt. Mit der Gründung der ersten gewerblichen Genossenschaft 1849, der Schuhmacherassoziation, und der ersten Volksbank 1850, der heutigen Volksbank Delitzsch eG, hat Schulze-Delitzsch die praktische Umsetzung der „Genossenschaftsidee“ und deren Prinzipien von Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung unter Beweis gestellt.

Raiffeisen hat auf der Basis derselben Prinzipien – geprägt vom christlichen Menschenbild und von der Not der Menschen im Westerwald – bereits 1849 die ersten Grundlagen für die ländlichen Kredit- und Warengenossenschaften gelegt.

In Sachsen und in Rheinland-Pfalz liegen die Wurzeln dieser heute weltweit wirkenden „Genossenschaftsidee“.

 

In der deutschen Gesellschaft und Wirtschaft verkörpert die genossenschaftliche Idee mit rund 8.000 Genossenschaften und 21 Millionen Mitgliedern die stärkste Wirtschaftsorganisation. Im Kreditwesen, im Handel, im Handwerk und in der Landwirtschaft sind Genossenschaften stabile und stabilisierende Unternehmen, die mit ihrem Förderauftrag ihren Mitgliedern verpflichtet sind. Gerade die Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008 hat die Stabilität der genossenschaftlichen Idee erneut deutlich gemacht.

Die Aktualität der „Genossenschaftsidee“ beweist sich heute auch in der Gründung von neuen regionalen Energiegenossenschaften, Genossenschaften zur Verbesserung der ländlichen Daseinsvorsorge mittels Dorfläden, Gesundheitsgenossenschaften, Senioren- und Sozialgenossenschaften und Genossenschaften zur Bündelung von Einkaufsvolumen der Handwerker oder Bauern. Auch kulturelle und kommunale Interessen werden verstärkt in Genossenschaften organisiert.

Die „Genossenschaftsidee“ von Dr. Hermann Schulze-Delitzsch, Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Mitstreitern wie Victor Aimé Huber, Wilhelm Haas und anderen hat sich über Deutschland hinaus weltweit bewährt und beweist ihre ungebrochene Kraft. Ein sichtbarer Beweis sind die über 900.000 Genossenschaften mit weltweit mehr als 800 Millionen Mitgliedern. Ebenso die erwähnte Ausrufung des Jahres 2012 zum „UNO-Jahr der Genossenschaften“.

Die Bundesrepublik Deutschland ist im Jahr 2013 dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Dieses Übereinkommen zielt darauf, lebendige Traditionen zu erhalten und ihre Bedeutung als Quelle von Vielfalt sowie als Garant nachhaltiger Entwicklung zu stärken.

Wir sind überzeugt, dass die „Genossenschaftsidee“ große soziale, ethische, wirtschaftliche und kulturelle Dimensionen mit nachhaltiger Wirkung besitzt, die eine Aufnahme als Kulturerbe rechtfertigen. Deshalb wollen die „Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft e.V.“ und die „Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft e.V.“ im November 2013 einen länderübergreifenden Antrag auf Anerkennung der „Genossenschaftsidee“ als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO stellen.

Viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus ganz Deutschland unterstützen unseren Antrag.

 

Werner Böhnke
Vorstandsvorsitzender
Mitglied des Aufsichtsrats der WGZ BANK
Josef Zolk
Stellvertretender Vorsitzender
Bürgermeister der VG Flammersfeld

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